Wer braucht schon die Münchner Theresienwiese, wenn das bayerische Gemüt mitten im herbstlichen Nieder-Erlenbach auf echte hessische Lebensart trifft! Am 17. Oktober verwandelte sich unser Schützenhaus in eine zünftige Festhalle – stilecht geschmückt in Blau-Weiß, mit Wimpeln, Ballons und jeder Menge Schützenhaus-Charme.


Vollkorn, Fleischkäse und frisch Gezapftes
Kulinarisch wurde ordentlich aufgetischt: Ofenfrische Brezen, deftiger Leberkäse, Kraut, Weißwurst und Senf sorgten an den langen Festtafeln für die standesgemäße Grundlage. Hinter der Theke lief die Zapfanlage heiß – kühles Bier floss im Minutentakt in die Krüge, charmant kredenzt von unserem Schankmeister in Krachledernen und Karohemd.



Kulturelle Völkerverständigung per Hiedraabrettche
Bayern hin oder her – wo Hessen feiern, darf die heimische Kultur natürlich nicht zu kurz kommen: Zur nötigen Verdauungshilfe wurde in der Küche kurzerhand das legendäre Hiedraabrettche scharf gemacht. Liebevoll mit Gläschen bestückt und am Henkel balanciert, fand das hochprozentige Holzbrett zielsicher seinen Weg an die Tische. Denn wie heißt es so schön? Hiedraache muss mers halt könne!


Vom Schießstand an den Nagelbalken
Schützen beweisen bekanntlich ein ruhiges Händchen – an diesem Abend ging es ausnahmsweise mal nicht um Zehnerringe auf der Scheibe, sondern um Millimeter im Holzklotz: Das traditionelle Nageln forderte vollen Körpereinsatz. Mit der schmalen Finne des Hammers galt es, die langen Nägel im Eichenstamm zu versenken. Unter lautstarken Ratschlägen, fachmännischer Begutachtung und herzhaftem Gelächter zeigte sich schnell, wer echtes Augenmaß mitbrachte und wer eher das Holz drumherum weichklopfte.


Zwischen Dirndl, Trachtenhüten, gutem Essen und ausgelassenen Gesprächen wurde bis tief in die Nacht gefeiert, gelacht und angestoßen. Ein rundum gelungener Festabend, der einmal mehr bewiesen hat: Treffsicher sind wir nicht nur am Abzug, sondern vor allem bei der Geselligkeit!
